KI kann dir in 4 Minuten 38 Seiten Spezifikation schreiben.
Du wirst sie nicht lesen.
Du überfliegst die Überschriften. Checkst einen Abschnitt. Sagst "sieht gut aus." Und lässt die KI bauen.
Das ist kein Engineering. Das ist Theater.
Das Absurde daran: Dieses Theater ist nicht neu.
Developer schreien seit Jahren nach mehr Requirements, mehr Specs, mehr Vollständigkeit, als könnte man komplexe Software erst anfangen, wenn wirklich alles schon vorher feststeht.
Mit KI wird das nicht besser. Es wird nur billiger.
Die KI liefert brav die Spec. 38 Seiten. Jeder Edge Case angeblich abgedeckt.
Niemand liest das wirklich. Aber alle fühlen sich sicherer.
Der Fehler ist nicht Dokumentation.
Der Fehler ist zu glauben, man müsse alles vorher ausschreiben.
Das klappt bei komplexer Software ohnehin nicht.
Was man stattdessen braucht:
- klare Anker
- explizite Annahmen
- Grenzen
- Dinge, die wahr bleiben müssen
Nicht 38 Seiten Nacherzählung.
Die KI kann sich den Rest des Überblicks im Codebase selbst schnell holen.
Genau deshalb können Specs heute viel höher level sein als früher.
Kleiner. Haltbarer. Näher am echten System.
Das nächste Problem:
Specs altern. Der Code entwickelt sich weiter. Die Doku nicht.
Und sobald die KI alte Specs, neues Verhalten und einen Zwischen-Hack sieht, baut sie dir genau den Müll, den wir von Menschen schon kennen:
- Fallbacks
- Workarounds
- Legacy-Pfade
- duale Lösungen
Bloß nichts kaputtmachen.
Genau so entsteht Regressionsmüll.
Die Alternative:
kurzer Plan, klare Anker, Annahmen explizit machen, bauen, dann verifizieren.
Nicht mit Dokumentation. Mit Ausführung.
Tests lügen nicht. Plan + Tests. Nicht Spec + Hope.
Genau aus diesem Problem kommt mein nächster Post.
Am Dienstag, 17. März 2026, zeige ich das Setup, mit dem ich AI nicht über Spec-Theater, sondern über Leitplanken, Skills und Verifikation arbeitsfähig mache.
Keeper Runtime.
Sebastian Breitzke •
38 Pages Nobody Reads
#AI#Craft#AIWorkflow#SoftwareDevelopment